Was ist Bauchtanz?
Über den Orientalischen Tanz, seine Herkunft und Geschichte, seine Entwicklung und die heutigen Formen wurde schon viel geschrieben. Es existieren unzählige Bücher darüber und im Internet kann man auf sehr schönen Websites heute alles nachlesen was einen interessiert. Sei es die Wurzeln zu finden oder über die vielen unterschiedlichen Tanzformen etwas zu erfahren. Alle Möglichkeiten sind da.

Deshalb sollen hier nur einige Fakten genannt werden.
Wer mehr über den Tanz erfahren möchte kann dies auf
weiterführenden Seiten tun (mehr in der Link-Liste)
oder in den zahlreichen Büchern stöbern.

| Zum Begriff: Bauchtanz |
Der Begriff "Bauchtanz" ist heute sehr weit verbreitet und bekannt. Beschrieben wurde der Bauchtanz erstmals von dem französischem Schriftsteller Emile Zola. Er beschrieb den Tanz 1880 nach den für ihn augenscheinlichen Bewegungen des "Bauches". Anlässlich des Auftritts einer Tänzerin zur Weltausstellung 1893 in Chicago/USA wurde der Begriff als "belly dance" ins Englische übersetzt. 1899 taucht der Begriff "Bauchtanz" dann auch in der deutschsprachigen Literatur auf. Seitdem hat er sich als Sammelbegriff für viele verschiedene Tanzstile etabliert. Obwohl er irreführend (man bewegt ja nicht nur den Bauch) und mit vielen Vorurteilen behaftet ist, ist er weit verbreitet und gebräuchlich. Jeder der das Wort Bauchtanz hört, glaubt etwas darunter zu verstehen. Bei genauerem Hinsehen stellt sich schnell heraus, das dies oft nicht so ist.

| Vom Ursprung zum Orientalischen Tanz | |
Über den Ursprung wurde schon viel spekuliert. Es gibt zwar Erkenntnisse, nur ob diese so 100%ig sicher sind darüber lässt sich streiten. Unbestritten ist, dass es sich um den wohl ältesten Tanz handelt. Es wird angenommen, dass der Tanz aus Fruchtbarkeitsritualen entstanden ist. Dies belegen prähistorische Skulpturen und Felsmalereien die rituelle und religiöse Tänze und die Verehrung des Weiblichen und der Muttergöttin darstellen. Diese wurden in sowohl Indien, im Orient, im Mittelmeerraum als auch auf dem Balkan gefunden. Dabei sind durchaus lustbetonte Bewegungen des Beckens und der Hüfte erkennbar. Ob es sich tatsächlich um den Vorgänger des heutigen Orientalischen Tanzes handelt ist offen.
Im alten Ägypten hatte der Tanz schon zu Zeiten des Pharao einen hohen Stellenwert. Dies belegen zahlreiche Wandmalereien. Im Laufe der Zeit wandelte sich seine Bedeutung jedoch mehrmals.
Anfang der 1930/40er Jahre bekam der Tanz auch in Amerika und
Europa einen einzigartigen Glanz. Aufwändige Hollywood-produktionen versuchten ein Idealbild vom Orient, ein Traum aus 1001 Nacht, darzustellen.
Auch heute gehört der Tanz im Orient zu jeder Feier. Allerdings waren und sind Tänzerinnen keine Frauen zum Heiraten! Diese Einstellung hat leider bis heute überlebt.

In den letzten Jahren hat sich der Tanz zu einem modernen, unterhaltsamen Showtanz entwickelt. In Amerika und Europa kamen Phantasietänze hinzu. Vorallem dort strebt man nach der technischen Perfektion. Im Orient wird auch die traditionelle Form des Tanzes gepflegt. Hier steht der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund. Auch bei uns freut sich die Folklore zunehmender Beliebtheit. Möchte man doch den Orientalischen Tanz als eine geschätzte und ernsthafte Kunst etablieren und dem Image eines billigen Anmachtanzes entgegen wirken.
Deshalb sollte man differenzieren, wenn man vom Bauchtanz spricht. Daher benutzen viele Tänzerinnen statt dessen den Begriff Orientalischer Tanz.
In Ägypten ist der Tanz als Raks Sharki (wörtlich übersetzt: Tanz des Ostens) bekannt bzw. wird der volkstümliche Tanz Raks Baladi genannt. In Persien spricht man vom Raks Arabi oder Arabic Dance. In Griechenland heißt er Cifte telli und in der Türkei Gobek Dans oder Rakkase.
Zum orientalischen Tanz zählt eine Vielzahl von Tanzstilen. Letztlich hat jedes orientalische Land, ja fast jede Region einen eigenen Stil und pflegt dazu seine Folkloretänze. Die deutschen Tänzerinnen haben sich ebenfalls bestimmte Tanzstile angeeignet. Wobei jede Tänzerin ihre Vorlieben hat und deshalb auch jeder Tanz anders auf das Publikum wirkt.
Viele großartigeTänzerinnen, vorallem bekannte ägyptische Tänzerinnen, haben einen unverwechselbaren Stil. Man könnte sie am Tanz erkennen und nicht unbedingt am Aussehen. Oft werden Bewegungen die sie "kreierten" nach ihnen benannt. (Suher-Zaki-Step, Mona-Kreis, Hanan-Schaukel...) Sie werden bewundert und natürlich auch kopiert. So kann heute jede Frau aus einem Potpourie von Tanzbewegungen, Ausdrucksweisen und Interpretationsmöglichkeiten das für sie passende auswählen und entwickelt mit der Zeit auch einen eigenen Stil.

Häufig in Auftrittsroutinen verwendet werden der klassische ägyptische, der türkische, der amerikanische, der persische und der arabisch-andalusische Tanzstil sowie viele moderne Varianten bis hin zum arabischen Pop und Fantasy-Stil. Dabei unterscheiden sich die Tänze nicht nur in den Bewegungen sondern vorallem in der Musik, mit den unterschiedlichen Rhythmen, dem Ausdruck, der Interpretation und natürlich den Kostümen.

Beim Tanzen selbst ist es wichtig nicht nur technisch einwandfreie Bewegungen zu zeigen, sondern vorallem die Musik richtig zu interpretieren. Eine Tänzerin die nur nach der technischen
Perfektion strebt und dabei ohne Ausdruck tanzt, wird auch das Publikum nicht begeistern können. Interpretation heißt auch Gefühle, Emotionen zeigen - Gefühle sind aber
nicht immer nur freudiger Natur! Auch Trauer, Schmerz, Wut, Eifersucht, Liebeskummer oder die Alltagsarbeit und gesellschaftliche Probleme sind in der Musik angesprochen und verlangen nach
der passenden Interpretation, auch durch passende Mimik und Gestik. So kann es grotesk wirken, wenn die Tänzerin beim Tanzen zu einem Musikstück, indem es vielleicht um gesellschaftliche
Probleme geht, breit grinsend über die Tanzfäche schwebt und einen erotisch inszenierten Tanz präsentiert.
Man darf natürlich den Unterhaltungswert nicht vergessen. Die Tänzerin sollte aber schon wissen worum es in der Musik geht, die sie benutzt. In unserer heutigen multikulturellen
Gesellschaft kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass jemand im Publikum sitzt, der die Sprache versteht!
Empfehlenswerte Literatur:
Eine lange Liste empfehlenswerter Bücher und Zeitschriften finden Sie unter:
www.bauchtanzinfo.de
Bücherliste oder Zeitschriften
TANZOASE Finsterwalde
Ihr Studio für Orientalischen Tanz
